Wieso ich mich politisch engagiere…

In Zeiten von Skandalen à la Silberstein und Ibiza fühlen sich viele Bürger von der Politik hintergangen und sind berechtigterweise enttäuscht. Immerhin ist es Aufgabe der gewählten Volksvertreter und der von ihnen eingesetzten Regierung das Wohl der Allgemeinheit im Auge zu behalten und nicht den persönlichen Vorteil zu suchen. Die daraus resultierende Politikverdrossenheit bei vielen Menschen ist aber meiner Meinung nach die falsche Reaktion auf alle diese skandalösen Vorkommnisse. In diesem Beitrag versuche ich meine persönlichen Gedanken zu diesem Thema wiederzugeben.

Unbestritten ist, dass die politische Willensbildung das Leben jedes Einzelnen von uns unmittelbar beeinflusst, sei es das Rauchverbot in der Gastronomie, die vielen Steuerreformen oder die Bildungspolitik. Entscheidungen in diesen Bereichen haben weitreichende Konsequenzen für unseren Alltag und den unserer Kinder und sogar Enkeln. Ich persönlich will ein Teil dieser politischen Willensbildung sein, um in erster Linie vor meinem eigenen Gewissen es zumindest versucht zu haben, die Gesellschaft in der wir leben auch nur ein Stück zu verbessern. Ich will nicht mit den Konsequenzen leben müssen, die andere für mich setzen und jedes Diktat unwidersprochen hinnehmen, sondern selbst in den politischen Kampf um die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ein geglücktes Leben einsteigen. Jede Partei entscheidet dann letztendlich anhand ihrer Ideologie welches Weltbild ihrem Wahlprogramm zugrundeliegen soll. Daran sollen und müssen sich in einer gesunden Demokratie die Geister scheiden, solange man sich auf gegenseitigen Respekt und Fairplay als Grundlage in der Debatte einigt. Nun kann sich jeder politisch interessierte Bürger fragen, ob er diese wichtigen Entscheidungen und Prozesse den Korrupten, Bestechlichen und Machtbesessenen überlassen will und sich somit der Politikverdrossenheit hingibt oder selbst die Ärmel hochgekrempelt und nach bestem Wissen und Gewissen seinen Beitrag für das Gemeinwohl leistet und zwar auch dann, wenn es mal unangenehm wird.

Als gläubiger Christ gefällt mir ganz besonders ein Zitat von Papst Franziskus auf die Frage der Rolle von Christen in der Politik mit dem ich gerne abschließen würde:

Sich in die Politik einzubringen ist für einen Christen ein Muss. Wir Christen können nicht den Pilatus spielen und uns die Hände waschen, das können wir nicht. Wir müssen uns in die Politik einmischen, denn die Politik ist eine der höchsten Formen der Nächstenliebe, denn sie sucht das Gemeinwohl.

Euer Menas.